Sony World Photography Awards
James Barnor für Lebensleistung gewürdigt
Die Jury der Sony World Photography Awards 2027 wählte James Barnor als Preisträger des Titels „Outstanding Contribution to Photography“. Barnor, der als Ghanas erster Fotojournalist gilt, dokumentierte 1957 den Weg seines Landes in die Unabhängigkeit und gründete später das erste Farbfotolabor des Landes. Sein Werk schlägt eine Brücke zwischen Kontinenten und Kulturen und hält schwarze Gemeinschaften in Accra und London während Jahrzehnten tiefgreifender Veränderungen fest.
Von der Unabhängigkeit bis zum Weltruhm
Der 1929 geborene Barnor absolvierte seine Ausbildung bei seinem Cousin, dem Porträtfotografen J. P. D. Dodoo. Als Fotograf bei der ghanaischen Zeitung „Daily Graphic“ dokumentierte er den historischen Wandel zu einem unabhängigen Staat von Kundgebungen bis hin zu Kwame Nkrumahs Unabhängigkeitserklärung.
1953 eröffnete er das Studio „Ever Young“ im Stadtteil Jamestown in Accra, wo er neben Richtern und Politikern auch Verkäufer, Studenten und Verkehrspolizisten fotografierte und so eine Gesellschaft im Prozess ihrer Selbstfindung festhielt. Sechs Jahre später vertiefte er in Großbritannien seine technischen Kenntnisse des Mediums zu vertiefen. Er studierte am Medway College of Art in Kent und arbeitete anschließend als Farbdrucker bei Colour Processing Laboratories, einem der führenden Farblabore Großbritanniens.
In dieser Zeit arbeitete Barnor auch für „Drum“, das einflussreiche südafrikanische Lifestyle-Magazin für Afrikanerinnen und Afrikaner, das für seine Berichterstattung gegen die Apartheid bekannt war. Dort erschienen seine Porträts von dunkelhäutiger Models und Prominenten auf den Titelseiten und in den Modeseiten der Zeitschrift. Nach seiner Rückkehr in seine Heimat gründete er dort ein Farblabor und inspirierte darüber hinaus Generationen von Footgrafen.
Anfang der 1990er Jahre ließ er sich wieder in London nieder, wo er bis heute lebt. Barnors Werk war Gegenstand zahlreicher Ausstellungen und Publikationen. Zuletzt wurde sein Werk 2026 im Museum of Modern Art (MoMA), USA gewürdigt, in der Einzelausstellung "Ideas of Africa: Portraiture and Political Imagination&quo
Retrospektive in London
Im kommenden April 2027 wird im Londoner Somerset House eine Retrospektive mit über 50 Werken von James Barnor zu sehen sein. Die Retrospektive zeichnet seinen Weg von Accra nach London, sein Studium der Farbfotografie und seine Rückkehr nach Ghana nach und vereint Fotodrucke und Erinnerungsstücke aus seiner gesamten Karriere, wobei sie die Momente hervorhebt, die sein künstlerisches Schaffen geprägt haben.