Doppel-Ausstellung in Heidelberg
Fiktion, Reportage und Bildkunst stehen in spannendem Trialog
Die Ausstellung ONE & ONE führt zwei eigenständige fotografische Werkgruppen zusammen: die von Gerd Ludwig (langjähriger Fotograf unter anderem für National Geographic) und die des 26-Jährigen Moritz Koch, der als Standbilder wie die aus Filmdramen inszeniert. Besucher können so zeitgenössische Positionen zwischen Dokumentarfotografie, Bildkunst und Fiktion miteinander vergleichen.
Vier Werkgruppen veranschaulichen die visuelle Bandbreite von Gerd Ludwigs Schaffen:
- Sleeping Cars: Nächtliche Studien “schlafender” Fahrzeuge in Los Angeles, die wie Skulpturen in urbaner Einsamkeit verharren.
- Peace on Earth or Earth to Pieces: Landschaftsaufnahmen, die Natur, industrielle Eingriffe und ökologische Verwundbarkeit aufzeigen .
- [re ]vision – Still Life in Chernobyl: Die Fotos von menschlichen Spuren nach der nuklearen Katastrophe halten Verluste und Erinnerungen fest.
- Friedensreich Hundertwasser: Die Porträts erfassen das Charisma, die Schaffenskraft und die feinen Zwischentöne der Künstlerpersönlichkeit.
Moritz Koch inszeniert Bilder, die Filmerzählungen in einem Standbild verdichten. In der Ästhetik von Thriller und Dystopie stellen seine Bildwelten Fragen an unsere Zukunft.
Koch konstruiert seine Bildwelten physisch von Grund auf. Seine aufwendigen Produktionen erstrecken sich oft über viele Monate und vereinen eigens gebaute Kulissen, historische Requisiten sowie bis zu zweihundert Mitwirkende in einer minutiös choreografierten Szenerie. Was digital komponiert wirken mag, wird also vollständig in der realen Welt erbaut.