Ausstellung zu Fotografie, Malerei und Skulptur
Die Nicola Erni Collection verbindet Genres zu spannenden Gesamtkunstwerken
Im September präsentiert die Nicola Erni Collection drei neue Ausstellungen. Die erste enthält vorrangig Malerei und bildende Kunst von Jean-Michel Basquiat, Julian Schnabel und Andy Warhol. Die zweite Ausstellung bringt zwei auf den ersten Blick höchst unterschiedliche Protagonisten zusammen: den Fotografen William Eggleston und Paul McCarthy. Die dritte hat einen thematischen Ansatz. "Thinking Big" fragt: Wie nähern sich Künstler und Künstlerinnen verschiedener Genres einem Porträt, indem sie Dimension, Perspektive und künstlerische Interpretation einsetzen.
Auf den ersten Blick scheinen Egglestons Fotografien und Paul McCarthys Tomato Head aus unterschiedlichen Welten zu stammen. Doch beide setzen sich mit amerikanischer Bildkultur, Konsum und Alltag auseinander. Egglestons The Last Dyes umfasst 49 Aufnahmen aus dem Memphis der 1970er-Jahre. Im aufwendigen Dye-Transfer-Verfahren verwandeln intensive Farben alltägliche Motive wie Tankstellen oder Motelzimmer. Zugleich markieren die letzten Abzüge das Ende dieser Drucktechnik.
McCarthys Tomato Head (1994), angelehnt an Mr. Potato Head, konfrontiert dagegen mit Sexualität, Identität und dem Mythos des American Dream. So treffen zwei gegensätzliche Strategien aufeinander: präzise Beobachtung und provokante Übertreibung, Schönheit und Unbehagen.
Was macht ein Porträt zum Porträt? Thinking Big erweitert den klassischen Begriff und fragt, wie Identität und Präsenz dargestellt oder transformiert werden können.
Mickalene Thomas rückt eine selbstbewusste schwarze Frau ins Zentrum, während Richard Avedons Brigitte Bardot Schönheit, Berühmtheit und Inszenierung verbindet. Daido Moriyama und Cindy Sherman erkunden im Selbstporträt unterschiedliche Formen konstruierter Identität. Jean-Michel Basquiat überführt das Porträt mit Anatomie, Symbolik und afrikanischer Spiritualität in eine symbolische Sphäre. Rashid Johnsons abstrakte Malerei lässt sich schließlich als Porträt einer „Seele“ lesen. So wird Porträtkunst zum offenen Feld, in dem Körper, Identität, Erinnerung und Wahrnehmung aufeinandertreffen.
- ab 3. September 2026
- Nicola Erni Collection
- Steinhausen, Schweiz