Global Peace Photo Awards
Das „Friedensbild des Jahres 2026“ ist gefunden
Die Jury des Global Peace Photo Awards kürte eine Siegerin, die das Friedensbild des Jahres 2026 schoss. Die italienische Fotografin Silvia Alessi aus setzte sich gegen 27.846 Einreichungen aus 144 Ländern mit ihrem Bild „The Cut“ durch.
Die Gewinnerin erhielt neben der Alfred-Fried-Friedensmedaille ein Preisgeld von 6.000 Euro. Neben ihr wurden auch Teilnehmende für den The Children’s Peace Image of the Year 2026 und drei für die Alfred-Fried-Friedensmedaillen 2026. Sie können sich über je 1.000 Euro freuen.
Lois Lammerhuber, der gemeinsam mit seiner Frau Silvia Lammerhuber den Global Peace Photo Award initiiert hat und seit Anbeginn organisiert, erinnerte daran, dass „Frieden nicht die Abwesenheit von Krieg ist, sondern etwas, das ich als „Gelungenes Leben“ bezeichnen möchte.
Peace Image of the Year 2026
Ein einziges Foto zeigt das Aufbegehren gegen die Unterdrückung von Frauen, einen Moment der Befreiung und die Sehnsucht. Zu sehen sind aus Afghanistan nach Pakistan geflüchtete Frauen, von denen hier jede demonstrativ und selbstbewusst einen Föhn in die Luft reckt.
Hintergrund ist dass die radikalislamistischen und erzreaktionären Taliban seit den Frauen auch Schönheitssalons verboten. Damit fiel einer der wenigen Berufe weg, in denen sie noch arbeiten durften. Doch junge geflüchtete Frauen lernen das Handwerk nun in Pakistan in Klassenräumen mit Spiegeln, Friseur-Utensilien, Mannequin-Bedarf.
The Children’s Peace Image of the Year 2026
Das mit 1.000 Euro dotierte beste Friedensbild in der Kinder- und Jugendkategorie, „The Children’s Peace Image of the Year 2026“, gewann die elfjährige Sesilia Shainadze aus Georgien mit ihrem Bild „My Family“. Es zeigt eine Szene im Haus der Großmutter, wo Sesilia mit ihr, mit Onkel, Tante, Cousinen und ihrem Hund ein Bühnenbild arrangiert hat.
Frieden sei ja nicht nur die Abwesenheit von Krieg, er beginne, wo sich Familien in Wärme, Liebe, Zuwendung und Glück begegneten. Für sei, für Sesilia, sei das ihre gegenwärtige Vorstellung von einer friedlichen Welt.
Die drei weiteren Preisträger
Antonio Denti aus Italien erstellte die Serie „Il Mare in Mezzo (The Sea In Between)“. Sie offenbart, wie Migrantinnen aus Afrika mit ihren in Italien geborenen Kindern die Angst vor dem Wasser verlieren. Sie machen Frieden mit dem Mittelmeer, das für viele von ihnen traumatische Erinnerung weckt: Sie mussten es vielfach auf fragilen Booten überqueren, wobei steht die Gefahr des Ertrinkens drohte. Eine lokale Initiative versucht, dieses Trauma zu heilen.
Aleksandra Kossowska aus Polen dokumentierte eine „The World by Touch“. So erleben schwer sehbehinderter Kinder in einer Schule im äthiopischen Sebeta ihre Welt. Neben der Berührung nimmt sie auch durch Töne, Texturen und Gerüche Gestalt an – aber nirgendwo ist Licht. Daher fügte Kossowska Sternenwolken in die Schwarz-Weiß-Fotos ein. Sie visualisieren eine Aura, die auch ohne das Sehsinn eine Wahrnehmung ermöglicht.
Mahmoud Abu Hamda aus Palestina zeichnet in „Wings of Childhood and Peace“ Kindheiten in Gaza nach. Nachdem die Hamas mittels Terror einen Krieg begannen, leiden gerade Kinder fürchterlich unter der Zerstörung, Hunger und Angst, die die Reaktion der israelischen Armee bewirkte. Doch sogar in den Trümmerlandschaften ist ein Kinderlachen zu sehen, spielt ein Junge Geige, schaukeln und toben Jungs und Mädchen.
Mahmoud Abu Hamda gab den Bildern dieser Serie den Titel „Die Flügel von Kindheit und Frieden“. Flügel, die mindestens äußerlich nicht verbrannt oder gebrochen sind, sondern noch hinaustragen können sogar aus dem Krieg.