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Fotowettbewerb

Leica Oskar Barnack Award ging an drei Fotoserien

Die Siegerinnen und ein Sieger des Leica Oskar Barnack Award (LOBA) sind gefunden. In der Hauptkategorie überzeugte Damir Faizulin, in der Newcomer-Kategorie wurde Laila AnnMarie Stevens ausgezeichnet, und über die Förderung mit dem LOBA Women Grant freut sich Valentina Sinis.

Die drei Bildserien wählte eine Jury aus 400 Einreichungen aus. Für die Hauptkategorie kamen die Empfehlungen von mehr als 130 Expertinnen und Experten der internationalen Fotografieszene aus rund 50 Ländern. Der Sieger erhält 40.000 Euro und eine Leica Kameraausrüstung im Wert von 10.000 Euro.

Der Leica Oskar Barnack Award Newcomer wurde in Kooperation mit 28 Institutionen und Hochschulen aus 18 Ländern bestimmt. Die Preisträgerin kann sich über 10.000 Euro und eine Leica Q3 freuen.

Beim erstmals vergebenen LOBA Women Grant erfolgte die Entscheidung auf der Grundlage von freien Einreichungen, die ein Projekt vorstellten. Er ist mit 10.000 Euro dotiert; zusätzlich erhält die ausgewählte Bewerberin eine Leica Q3 und wird während der Umsetzung ihres Projekts fachlich begleitet.

Die Siegerfotos

Die Serie von Damir Faizulin trägt den Titel "Preserving Nature as Preserving Ourselves". Der russische Fotograf lenkt in seiner prämierten Serie den Blick auf die Natur und die Lebensbedingungen in den Bergen Dagestans, gelegen im Nordkaukasus im Süden Russlands. Seien Bilder zeigen, wie Tourismus, moderne Architektur und die Vernachlässigung gewachsener Strukturen die Umwelt verändern.

Zitat Damir Faizulin: „Ich kam 2020 zum ersten Mal als Tourist nach Dagestan und spürte sofort eine innere Verbindung zum kulturellen Code des Orts, zur Bedeutung des Augenblicks und zu meinem persönlichen Interesse daran. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Region bald sehr schnell verändern würde, und ich wollte diese Veränderungen dokumentieren. Deshalb bin ich 2021 nach Dagestan gezogen, um die Region eingehender zu erforschen. Mir ist wichtig, dass eine Fotografie die Realität nicht vereinfacht, sondern uns hilft, ihre Komplexität zu erkennen.“

Laila AnnMarie Stevens führte das Clayton Sisterhood Project durch. Sie legt zeitgenössische queere Verwandtschaftsbeziehungen und das Vermächtnis starker schwarzer Frauenpersönlichkeiten offen. Im Mittelpunkt steht das selbst geschaffene Lebensmodell der beiden Schwestern und vier Nichten der Fotografin, die von Queens, New York, in ein gemeinsames Haus auf einem Grundstück in Clayton, North Carolina, zogen.

Zitat Laila AnnMarie Stevens: „Bei der Auswahl dieser Bilder war es mir wichtig, dass die Arbeiten die vielfältigen Formen widerspiegeln, in denen Verbundenheit über Generationen hinweg zum Ausdruck kommt. Dass meine Arbeit auf diese Weise anerkannt wird, ist unglaublich ermutigend. Ich verbinde viele Hoffnungen mit dieser Auszeichnung, insbesondere angesichts des aktuellen politischen Klimas in den Vereinigten Staaten, wo so viele Rechte in Bezug auf Autonomie, Fürsorge und Sichtbarkeit aktiv infrage gestellt werden.“

Valentina Sinis stellt The Last Butterflies vor. Die Auszeichnung ermöglicht der italienischen Fotografin, ihr Langzeitprojekt im irakischen Kurdistan fortzuführen. Im Mittelpunkt stehen kurdische Frauen, die ihre Heimat verlassen haben, um sich dem bewaffneten Widerstand anzuschließen. Anhand von Porträts, Landschaften und verlassenen Orten untersucht die Fotografin in einem neuen Kapitel, wie der Kampf die Bindungen an Land und Familie sowie die Zugehörigkeit formt und verändert. Die Ergebnisse werden mit dem LOBA im nächsten Jahr präsentiert.

Zitat Karin Rehn-Kaufmann: "The Last Butterflies schildert eindrücklich die neue Rolle, die Frauen seit einiger Zeit im Krieg einnehmen. Bilder, die in einer klaren und berührenden Weise zeigen, wie sie gemeinsam für ihr Land kämpfen, ohne Männer. Es ist wichtig, dass Valentina Sinis dieses Projekt vervollständigen und weiterführen kann.“

Ausstellung und Katalog

Begleitend zur Ausstellung im Ernst Leitz Museum erscheint der LOBA-Katalog 2026, der die gesamte LOBA-Shortlist 2026 mit ihren kompletten Bildserien, Interviews und Hintergrundinformationen vorstellt. Nach der Ausstellung in Wetzlar wird der LOBA 2026 in weiteren Leica Galerien und auf Fotofestivals weltweit zu sehen sein.


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