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Ausstellung: Fluchtpunkt Paris

Wie drei Künstlerinnen den Nazis entkamen

Gisela Freund wurde in Berlin geboren, Dora Kallmus in Wien und Rogi André in Budapest. In Paris kreuzten sich ihre Wege. Wer sie nachverfolgt, durchquert die Höhepunkte und Abgründe des 20. Jahrhunderts.

Madame d’Ora (1881 bis 1963) eröffnete 1925 in Paris eines ihrer drei Studios. Dort schuf sie die gewagtesten ihrer glamourösen Bilder. Als deutsche Truppen 1940 in Paris einmarschierten, musste die Katholikin (aber gebürtige Jüdin) fliehen. Sie versteckte sich zuerst in einem Kloster und überlebte auf einem Bauernhof in der französischen Ardèche. Sie versuchte auch, ihre Schwester Anna aus Paris zu retten, doch wurde diese vermutlich im Vernichtungslager Kulmhof umgebracht.

Rogi André (1900 bis 1970) kam ebenfalls 2025 nach Paris, aber als völlig unbekannte Malerin. Später verlegte sie sich auf Porträts von Malerlegenden wie Pablo Picasso, Joan Miró, Marc Chagall und anderen. Wie Madame D‘Ora musste André wegen ihrer jüdischen Herkunft flüchten. 

Gisèle Freund (1908 bis 2000) stand noch 1932 als Mitglied der „Roten Studentengruppe“ inmitten der letzten freien Mai-Kundgebungen. Doch als die Nationalsozialisten an die Macht gelangten, drohte ihr die Verhaftung. Am 31. Mai 1933 kam Freund am Bahnhof Gare du Nord in Paris an und wurde als Gi­sèle durch ihre Künstlerporträts berühmt, zudem wagte sie sich als Pionierin in die eher verpönte Farbfotografie vor. Nach der Besetzung Frankreichs floh sie in die „Freie Zone“ des Vichy-Regimes und 1941 nach Lateinamerika. Die Ausstellung in Bonn lässt die drei Exilantinnen wieder zusammentreffen. 

  • Fluchtpunkt Paris: Gisèle Freund, Madame d’Ora, Rogi André
  • LVR-Landesmuseum Bonn
  • 15. Oktober 2026 bis 7. Februar 2027

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