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Naturfotowettbewerb

Rewilding Europe Award ging an Biber, Hummer und Hamster

Biber feieren ein Comeback und eine Foto von ihnen wurde nun sogar ausgezeichnet. Sie leben mittem in einer polnischen Stadt, ihr Lebensraum wird von Straßen und Eisenbahntrassen durchzogen, während in unmittelbarer Nähe neue Wohnblocks entstehen. Doch dank der Unterstützung durch die Anwohner und die Stadtverwaltung gedeihen die Tiere prächtig.

Das Biberbild von Jan Wieczorek gewann den diesjährigen Rewilding Europe Award, eine Sonderkategorie des Wettbewerbs Europäischer Naturfotograf des Jahres. Er würdigt Aufnahmen, die das Comeback der Natur in ganz Europa und die Beziehung zwischen Menschen und Tieren, die sich ihre Lebensräume zurückerobern, feiern.

Jurymitglied Viktoria Pezzei sagte: „Die prämierten Bilder zeigen eindringlich ganz unterschiedliche Wege, wie Menschen und Wildtiere Seite an Seite leben können. Fotografien wie diese vermitteln die komplexen Beziehungen zwischen Menschen und Wildtieren und helfen uns, sie besser zu verstehen.“

Weitere Sieger lichteten riesige Wisente und kleine Hamster und Hummer ab. 

Das Bild Kontrollierte Rückkehr des Zweitplatzierten Christoph Kaula zeigt einen jungen Europäischen Hamster in einem Käfig. Seine Art ging in intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften dramatisch zurück. In Deutschland tragen Zucht in Gefangenschaft, genetische Probenahmen, Lebensraummanagement und Überwachung dazu bei, dass sich die Population der Europäischen Hamster langsam erholt. Auch Landwirte und ehrenamtlich Engagierte spielen eine entscheidende Rolle. Ihr Einsatz zeigt, dass die Rückkehr von Wildtieren mitunter nur durch gemeinsames Handeln möglich wird.

Drei weitere Bilder erhielten eine „Lobende Erwähnung“. Fabian Thorands Bild Friedliche Wisente zeigt zwei Wisentbullen, die auf einer Wiese am Rande eines polnischen Dorfes in der Nähe des Białowieża-Nationalparks ruhen. Der Wisent – einst in ganz Europa in freier Wildbahn ausgestorben – hat ein bemerkenswertes Comeback erlebt: Mittlerweile gibt es wieder mehr als 10.000 Tiere, die in Europa in Freiheit leben.

Silke Hüttches stimmungsvolles Bild Der Ruf der Adler entführt den Betrachter in den Anklamer Stadtbruch im Nordosten Deutschlands. Nach einer Sturmflut im Jahr 1995 entwickelte sich das 2.000 Hektar große Gebiet zu einem der größten Wildnisgebiete Deutschlands. Heute beherbergt dieses wiedervernässte Moorgebiet, in dem natürliche Prozesse weitgehend ungestört ablaufen können, eine außergewöhnliche Vielfalt an Wildtieren, darunter mehr Brutpaare von Seeadlern als irgendwo sonst im Land.

Das dritte Bild, das eine Lobende Erwähnung erhielt, entführt uns in die Welt unter Wasser. Lewis Jefferies’ Eine neue Generation zeigt eine Mitarbeiterin der National Lobster Hatchery, die junge Europäische Hummer in einem Gezeitentümpel in Cornwall aussetzt. Im Hintergrund erkennt man den St. Michael’s Mount, der diesem Moment eine Verortung gibt. Die National Lobster Hatchery arbeitet mit Fischern, Wissenschaftlern, Restaurants und einer breiten Öffentlichkeit zusammen und zieht junge Hummer in ihren besonders gefährdeten Entwicklungsstadien auf, bevor sie ins Meer entlassen werden.

Die Gewinnerbilder des diesjährigen Rewilding Europe Award zeigen, dass eine Rückkehr von Wildtieren überall dort möglich ist, wo der Natur Raum und Zeit gegeben werden, sich zu erholen. Manchmal kehren Tierarten von selbst zurück, etwa wenn Biber städtische Wasserläufe zurückerobern und umgestalten oder Seeadler Landschaften besiedeln, in denen man den natürlichen Prozessen wieder freie Hand lässt. An anderen Orten erfordert die Regeneration die helfende Hand des Menschen – von der Aufzucht von Feldhamstern und der Freilassung von Hummern bis hin zur Wiederherstellung von Feuchtgebieten und der Schaffung von Lebensraum für große Pflanzenfresser.


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