Ausstellung
„Arrow of Time“: Kunst über Technik und ihre Hinterlassenschaften
Das Kunstmuseum St. Gallen widmet der litauischen Künstlerin Emilija Škarnulytė die Ausstellung „Arrow of Time“. Im Mittelpunkt stehen technologische Hinterlassenschaften, radioaktive Zeiträume und die Frage, wie menschliche Eingriffe aus einer größeren zeitlichen Perspektive erscheinen.
Zwischen Atomtechnik und Ökosystemen
Noch bis zum 8. November 2026 ist „Arrow of Time“ in der Lokremise des Kunstmuseums St. Gallen zu sehen. Škarnulytė verbindet Filme, Licht und Skulpturen zu einer Installation, die technologische Räume mit ökologischen und geologischen Zeitdimensionen konfrontiert.
Für ihre filmischen Arbeiten hat die Künstlerin unter anderem im stillgelegten Kernkraftwerk Ignalina in Litauen gedreht. Die Anlage verfügt über Reaktoren des gleichen sowjetischen Typs wie das Kernkraftwerk Tschernobyl. In einem der Filme bewegt sich eine Python durch den verlassenen Kontrollraum. Technik und tierisches Leben treffen dabei unmittelbar aufeinander.
Die Ausstellung richtet den Blick auf die langfristigen Folgen menschlicher Eingriffe. Radioaktivität, technische Infrastruktur und die Spuren vergangener Technologien werden dabei nicht nur als historische Themen betrachtet, sondern als Teil größerer ökologischer und geologischer Prozesse.
Über die Künstlerin
Škarnulytė, Jahrgang 1987, arbeitet als Künstlerin und Filmemacherin. Ihre Werke wurden international gezeigt, unter anderem in der Tate St Ives, im Kunsthaus Graz und bei verschiedenen Biennalen. Sie erhielt unter anderem den Future Generation Art Prize und den Ars Fennica Award.
„Emilija Škarnulytė: Arrow of Time“ läuft bis 8. November 2026 in der Lokremise des Kunstmuseums St. Gallen. Der Eintritt ist frei.